5.1 Installation und Platzierung der Steuergeräte
Je nach baulichen Gegebenheiten stehen drei verschiedene Installationsvarianten
zur Verfügung. Weder Funktion noch Bedienungsmöglichkeiten werden davon beeinflusst.
Dezentrale Gerätemontage
Die dezentrale Gerätemontage wird vorwiegend in Geschäfts- und Industriebauten
angewandt und eignet sich besonders für die segmentorientierte Automation für flexible
Flächennutzungen.
Einige Besonderheiten dieser Installationsart:
- SMI-Antriebe werden parallel geschaltet
- Kurze Leitungen zu Motoren
- Übersichtliches Leitungsmanagement
- Einfache Planung
- Einfache Nachrüstbarkeit

z.B. in der Hohldecke eingebaut.
Montage in Satellitenstation
Die Montage in Satellitenstationen (z.B. Systemverteilern) wird vorwiegend in Geschäfts- und
Industriebauten, in Fabrikationshallen und zum Teil im Wohnbau angewandt. Die Organisation
der Satelliten orientiert sich meist an einem Raum, einer Gruppe von Räumen oder einem
Fassadenabschnitt mit einer festen Achsenzahl.
Einige Besonderheiten dieser Installationsart:
- SMI-Antriebe werden parallel geschaltet
- Kurze Längen von Motorleitungen
- Satelliten werden über BUS-System verbunden

spart Leitungen
Zentrale Gerätemontage:
Die zentrale Gerätemontage wird vorwiegend in Wohn- und Einfamilienhäusern angewandt.
Einige Besonderheiten dieser Installationsart:
- SMI-Antriebe werden parallel geschaltet
- Kurze Steuerleitungen in der Elektroverteilung
- Servicefreundlich durch einfache Zugänglichkeit der Steuerung Die zentrale Gerätemontage wird oft in Einfamilienhäusern angewendet.

5.2 Installationslösungen für SMI-Antriebe
5.2.1 Flachleitung im Innenbereich
Für die Installation von SMI-Antrieben im Innenbereich von Gebäuden eignen sich
Flachleitungssysteme hervorragend, um entscheidende Installationsvorteile zu erzielen. Die
„flexible“ Stromschiene kombiniert die Vorteile einer Stromschiene mit der flexiblen Verlegung
eines Kabels. Durch frei platzierbare Adapterabgänge lassen sich die SMI-Antriebe schnell und
einfach mit der Flachleitung verbinden. Die Kontaktierung erfolgt hierbei mittels
isolationsdurchdringenden Piercingschrauben. Die Flachleitung wird dabei nicht unterbrochen,
somit entfällt das mühsame Durchtrennen, Abisolieren und Verbinden der Leitungen.
Mit dieser Installationsart lassen sich Fehlerquellen nahezu ausschließen,
Montagezeiten und –kosten deutlich reduzieren.

Für eine eindeutige Unterscheidung der SMI-Netz-/Busleitung von anderen Stromkreisen sind
sowohl Leitung, Abgriffe als auch Steckverbindungen farblich und mechanische kodiert, falsche
Anschlüsse und Fehlsteckungen werden somit ausgeschlossen. Für die SMI-Anwendung ergibt
sich die Belegung der 5-poligen Flachleitung mit I+, I-, N, L, PE.
Anwendung im Innenbereich:
Bei der Flachleitungsinstallation wird entlang der SMI-Antriebe im Innenbereich des Gebäudes
die Leitung mitgeführt und an beiden Enden mit einem Flachleitungsendstück abgeschlossen.
Die Einspeisung der Flachleitung erfolgt an beliebiger Stelle durch ein Einspeisemodul, von
dem aus eine Rundleitung zu der zentralen Unterverteilung oder einem dezentral montierten
Feldverteilern führt.
Nun kann an beliebiger Stelle der Flachleitung ein Abgriff zum SMI-Antrieb erfolgen. Dieser wird
mit einem 5-poligen Abgangsadapter in farblicher SMI Kodierung realisiert. Die Adapter dienen
gleichzeitig zur Fixierung der Flachleitung. Mittels vorkonfektionierten Anschlussleitungen,
werden die SMI-Antriebe per „plug&play“ verbunden. Die Installation ist damit in kürzester Zeit
fertiggestellt. Da die Installation im Innenbereich erfolgt, wird sie in Schutzart IP40
ausgeführt.

5.2.2 Steckbare Installation für Fassade / Außenbereich
Für den Fassaden-/Außeneinsatz bietet sich die modulare, steckbare Lösung an. Zum Schutz
gegen Umwelteinflüsse wird hier ein System in hoher Schutzart IP66/IP68/IP69 eingesetzt.
Dabei werden Verteiler bereits werksseitig an den Fassadenelementen oder am
Sonnenschutzelement vormontiert, die Verbindung auf der Baustelle erfolgt mit
vorkonfektionierten Leitungen in entsprechender Segmentlänge. Für Wartungsarbeiten können
die Antriebe einzeln abgesteckt werden bzw. die Antriebe einfach getauscht werden.
Die Funktion der restlichen Antriebe in der Linie ist weiterhin gegeben. Die Versorgung der
SMI-Antriebe muss nur einmal für die 16 Antriebe einer Linie „durchbrochen“ werden. Die
Installation erfolgt somit komplett außerhalb der Gebäudehülle. Die Modularität der Installation
vereinfacht nachträgliche Änderungen und Erweiterungen. Die sich daraus ergebenden
Zeiteinsparungen steigern die Wirtschaftlichkeit der Installation.

Bild: Wieland Electric
5.3 Leitungsdimensionierung
Bei der Dimensionierung der Leitungsquerschnitte wurde bis dato von einer 1:1-Verbindung von
einem Steuergerätkanal zu einem Antrieb ausgegangen. Aufgrund der Möglichkeit mit SMI bis
zu 16 Antriebe parallel zu schalten sind nun 1:n-Verbindungen möglich, d.h. von einem Kanal
eines Steuergeräts kann eine Anzahl n von Antrieben angesteuert werden. Dies bedeutet, dass
sich auch die Ströme welche über die Leitung fließen um den Faktor n erhöhen.
Der Leitungsdimensionierung ist daher entsprechende Beachtung zu schenken.
Vom Steuergerät bis zum ersten Antrieb fließt die Summe aller Motornennströme n x IN;
zwischen erstem und zweitem Antrieb fließt ein um den Motornennstrom geringerer Strom
(n-1) x IN; bis hin zum letzten Antrieb in welchem nur noch der Motornennstrom IN fließt.
Aufgrund der Ströme fallen auf den einzelnen Leitungsabschnitten in Abhängigkeit von der
Länge (L1, L2, … Ln) und Querschnitt der Leitung unterschiedliche Spannungen (UL1, UL2, …
ULn) ab, die die jeweilige Spannung am Motor (UM1, UM2, … UMn) reduzieren.
Bei Netzspannungsantrieben ist die Nennspannung 230V und die minimale Versorgungsspannung
207V. Die Leitungen sind so auszulegen, dass am letzten Antrieb eine Spannung von
207 V nicht unterschritten wird.

Beispielrechnung:
Netzspannungsantriebe 230 V | Motornennstrom: IN = 0,6A | Anzahl Antriebe: n = 16
Gesamtleitungslänge: 200m (gleichmäßige Verteilung auf die einzelnen Leitungsabschnitte)
Abweichende Randbedingungen können zu anderen Ergebnissen führen und sind
projektbezogen zu berücksichtigen.
| Antrieb | Leitungsquerschnitt | |||
|---|---|---|---|---|
| 0,75mm² | 1,0mm² | 1,5mm² | 2,5mm² | |
| M1 | 224 V | 226 V | 227 V | 228 V |
| M2 | 221 V | 224 V | 226 V | 227 V |
| M3 | 219 V | 221 V | 224 V | 227 V |
| M4 | 216 V | 219 V | 223 V | 226 V |
| M5 | 213 V | 217 V | 221 V | 225 V |
| M6 | 210 V | 215 V | 220 V | 224 V |
| M7 | 207 V | 213 V | 219 V | 223 V |
| M8 | 204 V | 211 V | 217 V | 222 V |
| M9 | 201 V | 209 V | 216 V | 221 V |
| M10 | 199 V | 206 V | 214 V | 221 V |
| M11 | 195 V | 204 V | 213 V | 220 V |
| M12 | 193 V | 202 V | 211 V | 219 V |
| M13 | 190 V | 200 V | 210 V | 218 V |
| M14 | 187 V | 198 V | 209 V | 217 V |
| M15 | 184 V | 196 V | 207 V | 216 V |
| M16 | 181 V | 194 V | 206 V | 215 V |
Ein Berechnungsprogramm ist auf https://standard-motor-interface.com/technik-des-smi/ verfügbar
