1. Grundlagen der Sonnenschutzautomation

Die wichtigsten Elemente einer modernen Sonnenschutzsteuerung

Sonnenschutzsteuerungen koordinieren meistens alle Sonnenschutzanlagen im Gebäude.
Hierfür kommen oftmals weltweit genormte und anerkannte Systeme wie z.B. KNX, LON und
BACnet zum Einsatz. Wird der speziell auf die Sonnenschutzbelange entwickelte SMI als
Subbussystem dazu eingesetzt, ergibt sich eine optimierte Anlage.

Vor der Wahl des SMI Steuergerätes ist der Antriebstyp zu klären. Der Sonnenschutzhersteller
kann die notwendigen Informationen liefern. Es können Rohrantriebe oder Jalousieantriebe zum
Einsatz kommen.

Bei der Verwendung von SMI-Antrieben besteht ein großer Vorteil in der Möglichkeit der
Parallelschaltung. Je nach Steuergerät können bis zu 16 Antriebe an einem Steuergerätkanal
angeschlossen werden. Steuergeräte, die Steuerungen für die Antriebe, gibt es mit einem oder
mit mehreren Kanälen.

Die Funktionen

Das Automationssystem wertet die elektrischen Signale von Sensoren (Helligkeit, Wind,
Niederschlag, Temperatur, etc.) aus und steuert die automatischen Abläufe.

Die wichtigsten Funktionen einer Sonnenschutzautomation gemäß der Richtlinie VDI 3813-2 sind:

  • Lamellennachführung (Blendschutz und Energieoptimierung)
  • Verschattungskorrektur (Energieoptimierung)
  • Witterungsautomatik (Produktschutz)
  • Thermoautomatik (Energieoptimierung)
  • Zeitprogramme (Automatisierung von repetitiven Aufgaben)
  • Schockautomatik (Einbruchschutz)

Die gemeinsame Bedienung aller Sonnenschutzanlagen oder diejenigen in einem Sektor wird auch
über das Automationssystem ausgeführt. Die wesentlichen zentralen Bedienvorgänge sind:

  • Sonnenschutz in gewünschte Position bringen
  • Automatiken ein- oder ausschalten
  • Sperren aktivieren oder deaktivieren
  • Informationen ablesen

Sonnenschutzsteuerung für mehrere Sektoren

Beispielhafte Sektoreinteilung eines Gebäude mit SMI Steuerung - Standard Motor Interface
Verwaltungsgebäude mit mehreren Sektoren

Einige marktgängige Sonnenschutzsteuerungen sind für eine einzelne Anlage oder einen
einzelnen Sektor ausgelegt. Verbreitete Beispiele sind Markisensteuerungen. Für ein Haus oder
ein Gebäude ist eine Einteilung in mehrere Sektoren unumgänglich, denn die Anforderungen
an die Automatik sind sehr unterschiedlich. So braucht zum Beispiel das Personalrestaurant
eine andere Zeitautomatik als das Direktionsbüro oder die Konstruktionsabteilung hat andere
Anforderungen an den Blendschutz als das Besprechungszimmer. Sonnenschutzanlagen einer
Fassade, eines Stockwerkes, eines Raumes oder eine einzelne Sonnenschutzanlage werden
je nach Nutzung einem Sektor zugeordnet. Bei der Planung sind Bereiche mit gleicher Nutzung
oder gleichen Steuerungsanforderungen zu identifizieren.

Für ein Verwaltungsgebäude sind zum Beispiel folgende Sektoren einzuteilen:

  • pro Fassade
  • pro Fassadenabschnitt mit gleichen Besonnungsbedingungen
  • für Räume mit besonderen Beschattungsanforderungen
  • für einen Besprechungsraum
  • für das Foyer
  • für das Personalrestaurant
  • für Markisen auf der Dachterrasse
  • etc.

Je mehr Sektoren* bestimmt werden, umso flexibler lässt sich eine Steuerung an das
Gebäude anpassen. Es muss aber auch auf den zunehmenden Komplexitätsgrad und den
zunehmenden Konfigurationsaufwand hingewiesen werden.

SMI für raum- oder segmentorientierte Gebäudeautomation

Sonnenschutzanlagen mit SMI-Antrieben unterstützen zusammen mit den neuen SMI-Steuergeräten
die raum- oder segmentorientierte Gebäudeautomation auf ideale Art und Weise.

Ein interessantes Beispiel für die vielfältigen Anwendungen der SMI-Schnittstelle ist dem Bild
„Raumautomation“ zu entnehmen. Bei dieser Art der Gebäudeautomation ist pro Raum nur ein
SMI-Steuergerät mit SMI-Schnittstelle notwendig. Je nach Produkt können bis zu 16 Antriebe
an einer SMI-Schnittstelle angeschlossen werden. Ähnlich verhält es sich bei der achsflexiblen
Gebäudeautomation in Bürogebäuden, wo ein Steuergerät die Antriebe von bis zu 16 Achsen
steuert. Im STANDARD MOTOR INTERFACE haben führende Fachfirmen ihr Wissen in ein
praxisgerechtes und zukunftsweisendes System eingebracht das sich bereits im Markt bewährt
hat.

Raumautomation mit SMI: geringer Verkabelungsaufwand durch Parallelschaltung
* Sektoren entsprechen in der Planungssystematik der VDI 3813 dem Bereichsbegriff.

Kosten-, Installationszeit- und Platzeinsparung

Das STANDARD MOTOR INTERFACE ermöglicht die elektrische Parallelschaltung von bis zu
16 Antrieben. Das Adressierungssystem besitzt die Fähigkeit, jeden Antrieb separat ansprechen
zu können. Diese Eigenschaft macht neue Installationskonzepte mit wesentlich geringeren
Kosten, geringerer Installationszeit und erheblicher Platzeinsparung möglich. Bisher wurde für
jeden Antrieb ein eigener Steuerungsteil mit eigenem Motoranschluss benötigt.

Für die Parallelschaltung von maximal 16 Antrieben eignen sich u.a. moderne Flachleitungssysteme,
die ohne Installationsdosen für Abzweigungen auskommen. Die Installationszeit wird
durch diese Installationssysteme deutlich verkürzt. Es ermöglicht auch, mit einer einzigen
Durchdringung der Gebäudehülle und einer parallelen Außenverkabelung bis zu 16 Antriebe
präzise zu steuern.

SMI für die smarte Raumautomation

Die Vorteile von Produkten mit der SMI-Schnittstelle liegen auf der Hand. Sowohl die
Steuerungstechnik als auch die Antriebstechnik profitieren von der etablierten Technologie.
So können zum Beispiel an SMI-Steuergeräten gleich mehrere Rollladen- oder Jalousieantriebe
parallel angeschlossen werden. Die Antriebe haben neue, hersteller- und kundenfreundliche
Eigenschaften. Sie sind präziser, melden den Betriebszustand und haben je nach Produkt
neuartige Schutzfunktionen. Vom Nutzen profitieren alle: die Endkunden, die Planer,
die Installateure und die Hersteller.